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Queer Cinema 2026: Die Filme |
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Queer Cinema 2026
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Mauern aus Sand
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© Salzgeber
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Kroatien, Litauen, Slowenien 2025 | Regie: Čejen Černić Čanak | 88 min. | Lav Novosel, Andrija Žunac, Leon Grgić, Franka Mikolaci, Tanja Smoje | kroat. Original mit deutschen Untertiteln | FSK: 12.
Marko glaubt, seinen Weg gefunden zu haben: In der Schule wird er als Sportler gefeiert, mit seiner Freundin führt er eine stabile Beziehung, in der Werkstatt seines Vaters wartet ein guter Job. Er ist einer, den alle mögen – und als es darum geht, sein kroatisches Heimatdorf vor einer Flut zu schützen, stapelt er Sandsäcke, wie alle anderen auch. Doch dann taucht ein Freund aus der Vergangenheit auf und weckt Gefühle, die Markos sorgsam zusammengebautes Selbstbild in Frage stellen – und das Selbstverständnis der konservativen Dorfgemeinschaft gleich mit.
MAUERN AUS SAND ist eine melancholisch erzählte Geschichte über das Erwachsenwerden und den aussichtslosen Versuch, der Mensch zu sein, den andere in einem zu sehen glauben. Behutsam und frei von Sentimentalität inszeniert Regisseurin Čejen Černić Čanak die Liebe als Naturgewalt, die sich ihren Weg bahnt – so viele Dämme auch aufgeschüttet werden. Ein aufregendes, dabei ganz unaufdringliches Stück junges queeres Kino, zeitlos schön.
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Mo., 4.5. - 19.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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Die jüngste Tochter - La petite dernière
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© Kathu studio / Arte France / mk2 films / Alamode Film
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Frankreich, Deutschland 2025 | Regie: Hafsia Herzi | 108 min. | Nadia Melliti, Park Ji-Min, Amina Ben Mohamed, Melissa Guers, Rita Benmannana | frz./arab. Original mit deutschen Untertiteln | FSK: 12.
Die 17-jährige Fatima ist die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie in einem Pariser Vorort. Ihr Lieblingssport ist Fußball, in der Schule hängt sie mit den prahlerischsten Jungs ihrer Klasse ab, und sie hat einen heimlichen festen Freund, der bereits ans Heiraten denkt. Fatima fällt es jedoch zunehmend schwerer zu verbergen, was niemand wissen darf: Ihr Herz schlägt für Frauen. Als sie ein Philosophiestudium in Paris beginnt, eröffnet sich für sie eine völlig neue Welt. Hin- und hergerissen zwischen Familientradition, Glauben und ihrem Wunsch nach Freiheit muss Fatima ihren eigenen Weg finden.
DIE JÜNGSTE TOCHTER ist eine Adaption des gefeierten autofiktionalen Debütromans von Fatima Daas aus dem Jahr 2020 und der dritte Spielfilm der französischen Drehbuchautorin und Regisseurin Hafsia Herzi. Mit emotionaler und wahrhaftiger Wucht begleitet der Film das sexuelle Erwachsenwerden einer jungen Frau und ihre Suche nach einem Platz in der Welt. Zum großen Teil mit Laiendarsteller:innen besetzt, mit Zärtlichkeit und Fingerspitzengefühl inszeniert, aber ohne Scheu vor Tabubrüchen, gelingt Hafsia Herzi ein Instantklassiker des Queer Cinema.
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Di., 12.5. - 19.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)Do., 14.5. - 21.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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Pooja, Sir
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© trigon-film
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Nepal 2024 | Regie: Deepak Rauniyar | 109 min. | Asha Magrati, Nikita Chandak, Bijay Baral, Dayahang Rai, Reecha Sharma | nepales./maithili Original mit deutschen Untertiteln.
Inmitten politischer Unruhen im Süden Nepals werden zwei Jungen entführt. Pooja, eine der wenigen weiblichen Detektivinnen des Landes, wird aus Kathmandu entsandt, um den Fall aufzuklären. Vor Ort muss sie sich mit der bitteren Tatsache auseinandersetzen, dass sie als lesbische Polizistin in Nepal nicht die Einzige ist, die täglich Diskriminierung erlebt. Mit POOJA, SIR hat Deepak Rauniyar einen ergreifenden Politkrimi geschrieben, der tief in der nepalesischen Realität verankert ist.
Originalfassung mit deutschen + französischen Untertiteln
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Fr., 15.5. - 17.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)Fr., 22.5. - 19.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt
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© missingFilms
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Deutschland 1971 | Regie: Rosa von Praunheim | 67 min. | Dokumentarfilm | Bernd Feuerhelm, Beryt Bohlen, Ernst Kuchling | dt. Originalfassung | FSK: 16.
Daniel und Clemens verlieben sich, ziehen zusammen und versuchen, die bürgerliche Ehe zu kopieren. Als die Beziehung nach vier Monaten endet, taucht Daniel immer mehr in die schwule Berliner Subkultur ein, arbeitet bei einem Homosexuellen-Café, besucht schwule Parks und Toiletten. Schließlich trifft er in einer Transvestitenkneipe Paul, der ihn in seine schwule Wohngemeinschaft mitnimmt, wo über alternative schwule Lebensmodelle gesprochen wird.
Im Gedenken an den im vergangenen Dezember verstorbenen Regisseur, Autor und Schwulenaktivist Rosa von Praunheim zeigen wir den Film, mit dem er die neue deutsche Schwulenbewegung mitbegründete.
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Mo., 18.5. - 20.30 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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Lesbian Space Princess
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© We Made A Thing Studios / Salzgeber
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Australien 2025 | Regie: Leela Varghese & Emma Hough Hobbs | 86 min. | Animationsfilm | engl. Original mit deutschen Untertiteln | FSK: 16.
Die introvertierte Prinzessin Saira, Tochter der lesbischen Königinnen des Planeten Clitopolis, ist am Boden zerstört: Die heiße Kopfgeldjägerin Kiki hat mit ihr Schluss gemacht – aus lauter Langeweile! Dabei hat Saira ihr ein so schönes Beziehungsalbum gebastelt! Doch als Kiki von den Straight White Maliens entführt wird, den Incels der Zukunft, muss Saira den Safe Space des queeren Weltraums verlassen und sie binnen 24 Stunden freikaufen: Die Maliens fordern nämlich die berühmte königliche Labrys – eine goldene Doppelaxt von schier unglaublicher lesbischer Macht. Das einzige Problem… Saira hat sie nicht!
Umwerfend witzig, knallbunt, euphorisch, kompromisslos queer: LESBIAN SPACE PRINCESS ist ein mitreißender intergalaktischer Selbstfindungstrip mit ganz großem Herzen und Lust auf Krawall, irgendwo zwischen wilder Sci-Fi-Musical-Komödie und heilsamer Coming-of-Age-Abenteuerreise. Dafür gab es auf der Berlinale 2025 den Teddy-Award und den 2. Platz beim Panorama-Publikumspreis. Ein riesiger Spaß für die ganze Familie, eindeutig!
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Di., 19.5. - 19.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)Sa., 23.5. - 21.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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Peter Hujar’s Day
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© Salzgeber
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USA 2025 | Regie: Ira Sachs | 76 min. | Ben Whishaw, Rebecca Hall | engl. Original mit deutschen Untertiteln | FSK: 12.
Ein verrauchter Spätnachmittag im Jahr 1974. Fotograf Peter Hujar, eine der wichtigsten Figuren der New Yorker Szene, erzählt seiner Freundin Linda Rosenkrantz für ein Kunstprojekt von seinen vergangenen 24 Stunden: über das Leben in einer Stadt, in der alle Kunst machen wollen, aber niemand Geld hat; über ein Treffen mit Allen Ginsberg, der ihm Oralsex mit William S. Burroughs nahelegt; über die schriftstellerischen Vorzüge von Susan Sontag gegenüber Fran Lebowitz; oder auch nur über sein Abendessen. Die beiden sprechen bis in die Nacht, wie es nur Vertraute können: ehrlich, intim, mit leisem Witz und großer Zuneigung.
Aus dem Kunstprojekt von Rosenkrantz ist nie etwas geworden, doch 2019 wurde die Abschrift des Gesprächs in Peter Hujars Archiv entdeckt. Das Transkript erschien später als Buch, nun hat Ira Sachs einen Film daraus gemacht: ein intensives und gleichzeitig wundersam leichtfüßiges Kinoerlebnis, das nicht nur den viel zu früh verstorbenen Peter Hujar feiert – sondern auch die Freundschaft, die Kunst und ein New York, von dem heute nur noch Spuren existieren.
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So., 24.5. - 17.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)Mi., 27.5. - 21.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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Der geheimnisvolle Blick des Flamingos - La mirada misteriosa del flamenco
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© Filmreederei
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Frankreich, Chile, Deutschland, Spanien, Belgien 2025 | Regie: Diego Céspedes | 104 min. | Tamara Cortés, Matías Catalán, Paula Dinamarca, Pedro Muñoz, Luis Tato Dubó, Vicente Caballero | span. Original mit deutschen Untertiteln | FSK: 16.
1982: Die zwölfjährige Lidia lebt in Flamingos queerer Familie, die eine Bar am Rande einer kleinen Bergbaustadt in der nordchilenischen Wüste betreibt. Als sich eine unbekannte tödliche Krankheit auszubreiten beginnt, entsteht das Gerücht, sie werde schon durch den Blick eines queeren Menschen auf einen anderen Mann übertragen. Als die Familie beschuldigt wird, der Ursprung der Krankheit zu sein, begibt sich Lidia auf die Suche nach der Wahrheit.
Diego Céspedes' erster langer Spielfilm feierte beim Filmfestival in Cannes 2025 Weltpremiere in der Reihe Un certain regard und konnte dort den Hauptpreis gewinnen.
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Mo., 25.5. - 17.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)Fr., 29.5. - 21.00 Uhr, Karlstorkino (Südstadt)
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