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15 Jahre Karlstorkino
15 Jahre Karlstorkino – 40 Jahre Medienforum

Jahrestage sind immer Anlässe für Rückblicke. Der Blick richtet sich auf die Gründungsumstände und Geburtswehen einer Einrichtung, die stolzen Eltern und Paten stehen daneben, und freuen sich, was für eine Prachtkerl ihr Kind doch geworden ist. Eigen- und Fremdfeiern ist angesagt, man wünscht dem Jubiliar alles Gute und hofft, dass er auch in Zukunft so wacker und kräftig voranschreiten möge, wie er das in den vergangenen Tagen mit all ihren Lebenskrisen immer getan hat.

Auch das Medienforum hat Grund zum Feiern. Allerdings fängt die Geschichte nicht erst mit der Gründung des Karlstorbahnhofs 1994/95 an, sondern geht zurück bis zum Anfang der siebziger Jahre. Wollte man einen Stammbaum der Idee eines kommunalen Kinos schreiben, könnte man sogar zurückgehen bis in die zehner Jahre des letzten Jahrhunderts, mithin in die Frühzeit des Kinos selbst. Als eine der kinofreudigsten Städte der Bundesrepublik hatte Heidelberg nach 1945 auch einen umtriebigen akademischen „Filmclub“ (1946-70), der zeitweilig ein eigenes Festival („Filmkunsttage“ 1951/52) veranstaltete.

Die Vorgeschichte des Karlstorkinos

Das unrühmliche Ende des Filmclubs – er endete in den Wirren der Studentenbewegung als Kellerkino des „Collegium Academicum“ - gab Raum für neue Initiativen, die sich mit den veränderten Bedingungen der filmkulturellen Kommunikation in der Stadt beschäftigten. Eine der treibenden Kräfte war der junge Leiter der Volkshochschule, Dipl.-Pol. Siegfried Scheffel, der aus seiner Tätigkeit in Oberhausen und Mannheim das Konzept eines kommunalen Kinos mitbrachte. Er verfolgte zunächst die Idee eines „Arbeitskinos in der Altstadt“, was aber auf städtischen Widerstand stieß.

Stattdessen gab es ab Herbst 1971 das „filmforum“ der Volkshochschule, eine Filmreihe, die zwanzig Jahre lang das VHS-Programm begleiten sollte. Auch von einem „Medienzentrum“ war bereits die Rede und selbst ein örtlicher Kinobesitzer wurde nervös: „Braucht Heidelberg ein städtisches Kino?“

Das kategorische Nein der Stadtverwaltung in dieser Sache blieb jedoch ungeschriebenes Gesetz bis 1990. Nichtsdestotrotz bildeten sich spontan Mediengruppen und -produzenten, die die neuen Medien (Video, S8-Film) für ihre pädagogischen oder politischen Zwecke nutzten. Sie nannten sich Filmgruppe „08/16“, Mediengruppe „Schrägspur“ oder „Mopäd“. Irgenwann im Sommer 1985 meldeten sich mit dem Herzog-Film „Lebenszeichen“ die „Initiative für ein kommunales Kino -Cinambul“ im DAI zu Wort.

Ihre Formate (U-matic-Video, VHS, Hi8, Super8, 16mm) waren so vielfältig, wie ihre Spielorte (Löwenkeller, Jägerlust, DAI, Kulturfenster, päd-aktiv) und Szenen-Zusammenhänge. Da gab es eine „Rosa Leinwand“ für junge Schwule, eine Filmgruppe des „Frauencafes“, einen städtischen Medientreff in der Plöck 2a und „Brennpunkt Medien“ in der Bergheimerstrasse.

Das „Karlstorbahnhof“ als Medienzentrum

Eine Fokussierung und Bündelung der Kräfte war angesagt. Möglich wurde dies erst durch eine Änderung der Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat, die unter OB Beate Weber den vielfältigen sozio-kulturellen Ansätzen in der Stadt erstmal ein eigenes Gebäude als Kommunikationszentrum in Aussicht stellte. Fünf lange Jahre des Wartens folgten, bis sich im Dezember 1995 erstmals die Türen des „Karlstorkinos“ öffneten.

Inzwischen war auch eine neue Generation von Medien-Machern herangewachsen, die ihre Filme auf den „Film- und Video-Tagen“ (1990-2000) vorstellten. Der local hero Gordian Maugg stellte seinen „Olympischen Sommer“ vor (noch im „Gloria“), die zukünftigen Filmemacher/Schauspieler Stefan Hillebrand und Isolde Fischer übten sich im Filmschnitt, Yilmaz Arslan schnitt seinen „Yara“ in unserem Keller. Nicht zuletzt fand das Archiv der „Schrägspur“ einen Raum im Karlstorbahnhof.

Auch Kino-Events wie „Filmtage des Mittelmeers“ (2011 zum 25. Mal!) und „Cinema! Italia!“ fanden ihren Weg ins „Karlstorkino“ und mit dem „Goldenen Hirschen“ als regionaler Kurzfilmplattform wurde seit 2008 die Tradition der „Film- und Video-Tage“ wieder aufgenommen.

Mögen dem Karlstorbahnhof und seinem Kino noch viele fruchtbare Jahre bevorstehen - „Ad multos annos“ Karlstorkino!

Jo-Hannes Bauer

Medienforum Heidelberg e.V.
Kommunales Kino/ Aktive Medienarbeit
Marlene-Dietrich-Platz 3
69126 Heidelberg
Kartenreservierung: 06221 / 97 89 18
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